sternbedeckungen
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sternbedeckungen [2024/04/08 15:44] – [Bedeckungszeitpunkt] hcgreier | sternbedeckungen [2024/12/20 01:38] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | ||
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\[\begin{align} | \[\begin{align} | ||
- | \alpha\left(t\right) &= \alpha_0 + \mu_\alpha \left(t - t_0\right) \quad\textsf{und}\\ | + | \alpha\left(t\right) &= \alpha_0 + \mu_\alpha \left(t - t_0\right) \quad\textsf{und} \\ |
\delta\left(t\right) &= \delta_0 + \mu_\delta \left(t - t_0\right) | \delta\left(t\right) &= \delta_0 + \mu_\delta \left(t - t_0\right) | ||
- | \end{align}\] | + | \end{align}\tag{1}\] |
Ist die Eigenbewegung berücksichtigt, | Ist die Eigenbewegung berücksichtigt, | ||
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t_c &= t_2 - \Delta\alpha_2\cdot \frac{t_2 - t_1}{\Delta\alpha_2 - \Delta\alpha_1}\\ | t_c &= t_2 - \Delta\alpha_2\cdot \frac{t_2 - t_1}{\Delta\alpha_2 - \Delta\alpha_1}\\ | ||
& | & | ||
- | \end{align}\] | + | \end{align}\tag{2}\] |
* Ist $\alpha_M(t_c) \gt \alpha_*$ ersetzt man $t_1$ durch $t_c$ | * Ist $\alpha_M(t_c) \gt \alpha_*$ ersetzt man $t_1$ durch $t_c$ | ||
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Die Bedingung für eine Sternbedeckung ist der Abstand $d$ der Schattenachse zum Erdmittelpunkt: | Die Bedingung für eine Sternbedeckung ist der Abstand $d$ der Schattenachse zum Erdmittelpunkt: | ||
- | {{tablelayout? | + | $$d < R_E + R_M \approx 1,5 R_E \quad\text{und}\quad d = \Delta_M \ |\sin(\delta_M - \delta_*)| = |\vec{r}_M - (\vec{e}_*\cdot\vec{r}_M) \vec{e}_*| < 1,5 \ R_E\tag{3}$$ |
- | | $$d < R_E + R_M \approx 1,5 R_E \quad\text{und}\quad d = \Delta_M \ |\sin(\delta_M - \delta_*)| = |\vec{r}_M - (\vec{e}_*\cdot\vec{r}_M) \vec{e}_*| < 1,5 \ R_E$$ | | + | |
Ausserhalb von $1.5$ Erdradien findet keine Bedeckung statt. | Ausserhalb von $1.5$ Erdradien findet keine Bedeckung statt. | ||
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$\vec{r}_M$ = $\vec{r}_M \left(\alpha_M, | $\vec{r}_M$ = $\vec{r}_M \left(\alpha_M, | ||
Die Mondkoordinaten im Bezugssystem der Fundamentalebene sind dann | Die Mondkoordinaten im Bezugssystem der Fundamentalebene sind dann | ||
- | {{tablelayout? | + | \[\left(\begin{aligned} |
- | | \[\left(\begin{aligned} | + | |
& \cos(d_M)\cdot \cos(a_M) \\ | & \cos(d_M)\cdot \cos(a_M) \\ | ||
& \cos(d_M)\cdot \sin(a_M) \\ | & \cos(d_M)\cdot \sin(a_M) \\ | ||
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& - \cos(\delta_M)\cdot \cos\big(\alpha_M - \alpha_*\big)\cdot \sin(\delta_*) + \sin(\delta_M)\cdot \cos(\delta_*) \\ | & - \cos(\delta_M)\cdot \cos\big(\alpha_M - \alpha_*\big)\cdot \sin(\delta_*) + \sin(\delta_M)\cdot \cos(\delta_*) \\ | ||
& + \cos(\delta_M)\cdot \cos\big(\alpha_M - \alpha_*\big)\cdot \cos(\delta_*) + \sin(\delta_M)\cdot \sin(\delta_*) | & + \cos(\delta_M)\cdot \cos\big(\alpha_M - \alpha_*\big)\cdot \cos(\delta_*) + \sin(\delta_M)\cdot \sin(\delta_*) | ||
- | \end{aligned}\right)\] | + | \end{aligned}\right)\tag{4}\] |
===== Geographische Position ===== | ===== Geographische Position ===== | ||
Ebenso wird die [[: | Ebenso wird die [[: | ||
- | {{tablelayout? | ||
- | | \[\left( \begin{aligned} & \cos(d_G)\cdot \cos(a_G) \\ & \cos(d_G)\cdot \sin(a_G) \\ & \sin(d_G) \end{aligned} \right) = \left( \begin{aligned} x_G \\ y_G \\ z_G \end{aligned} \right) = \left( \begin{aligned} & \cos(\beta_0)\cdot \cos\big(\theta + \lambda_0\big) \\ & \cos(\beta_0)\cdot \sin\big(\theta + \lambda_0\big) \\ & \sin(\beta_0) \end{aligned} \right)\] | ||
+ | \[\left( \begin{aligned} & \cos(d_G)\cdot \cos(a_G) \\ & \cos(d_G)\cdot \sin(a_G) \\ & \sin(d_G) \end{aligned} \right) = \left( \begin{aligned} x_G \\ y_G \\ z_G \end{aligned} \right) = \left( \begin{aligned} & \cos(\beta_0)\cdot \cos\big(\theta + \lambda_0\big) \\ & \cos(\beta_0)\cdot \sin\big(\theta + \lambda_0\big) \\ & \sin(\beta_0) \end{aligned} \right)\tag{5}\] | ||
Der Verlauf der Sternbedeckung hängt von den Differenzen $f = x_M - x_G$ und $g = y_M - y_G$ ab. Ist der Abstand $h = \sqrt{f^2 + g^2}$ des Beobachters von der Mondschattenmitte (des Sterns auf der Erdoberfläche) kleiner als der Mondradius $R_M$, so findet eine Sternbedeckung am Ort des Beobachters statt. Die Ein- und Austrittszeit berechnet man mit: | Der Verlauf der Sternbedeckung hängt von den Differenzen $f = x_M - x_G$ und $g = y_M - y_G$ ab. Ist der Abstand $h = \sqrt{f^2 + g^2}$ des Beobachters von der Mondschattenmitte (des Sterns auf der Erdoberfläche) kleiner als der Mondradius $R_M$, so findet eine Sternbedeckung am Ort des Beobachters statt. Die Ein- und Austrittszeit berechnet man mit: | ||
- | $$s(t) = f(t)^2 + g(t)^2 - R_M^2$$ | + | $$s(t) = f(t)^2 + g(t)^2 - R_M^2\tag{6}$$ |
$s(t)$ wird $2.5$ Stunden vor und nach der Bedeckung viertelstündlich neu berechnet. Daraus werden die beiden Nullstellen t$_0$ der Gleichung ermittelt. Man kann in erster Näherung $t_c$ zur viertelstündlichen Berechnung nehmen. | $s(t)$ wird $2.5$ Stunden vor und nach der Bedeckung viertelstündlich neu berechnet. Daraus werden die beiden Nullstellen t$_0$ der Gleichung ermittelt. Man kann in erster Näherung $t_c$ zur viertelstündlichen Berechnung nehmen. | ||
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g \\ f | g \\ f | ||
\end{aligned} | \end{aligned} | ||
- | \right)\] | + | \right)\tag{7}\] |
===== Zeitreduktion ===== | ===== Zeitreduktion ===== | ||
Die Sternbedeckungen werden von Sternwarten und Observatorien mit den geographischen Koordinaten $\lambda_{st}$, | Die Sternbedeckungen werden von Sternwarten und Observatorien mit den geographischen Koordinaten $\lambda_{st}$, | ||
- | $$t = a\cdot (\lambda_0 - \lambda_{st}) + b\cdot (\beta_0 - \beta_{st})$$ | + | $$t = a\cdot (\lambda_0 - \lambda_{st}) + b\cdot (\beta_0 - \beta_{st})\tag{8}$$ |
kann man diese auf die geographischen Koordinaten $\lambda_0$, | kann man diese auf die geographischen Koordinaten $\lambda_0$, | ||
- | $$\Delta T = \frac{s(t) - t_{ut}}{1 + a\cdot 0.25^{\circ/ | + | $$\Delta T = \frac{s(t) - t_{ut}}{1 + a\cdot 0.25^{\circ/ |
$s(t)$ ist der berechnete und $t_{ut}$ der beobachtete Bedeckungszeitpunkt. | $s(t)$ ist der berechnete und $t_{ut}$ der beobachtete Bedeckungszeitpunkt. | ||
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Der Mond bedeckt hin und wieder auch die Planeten. Die Gleichungen sind für die Planetenbedeckungen die gleichen wie bei den Sternbedeckungen, | Der Mond bedeckt hin und wieder auch die Planeten. Die Gleichungen sind für die Planetenbedeckungen die gleichen wie bei den Sternbedeckungen, | ||
- | $$\tau = \varnothing \cdot \vert (\alpha_M - \alpha_P) \cdot \sin(P) - (\delta_M - \delta_P) \ \cos(P) \vert$$ | + | $$\tau = \varnothing \cdot \vert (\alpha_M - \alpha_P) \cdot \sin(P) - (\delta_M - \delta_P) \ \cos(P) \vert\tag{10}$$ |
mit den Koordinaten des Mondes (Index $M$) und der Planeten (Index $P$). | mit den Koordinaten des Mondes (Index $M$) und der Planeten (Index $P$). | ||
Zeile 101: | Zeile 98: | ||
Das Phänomen der Sternbedeckung durch die Planeten berechnet sich wie eine Sternbedeckung durch den Mond. Man ersetzt die Koordinaten des Erdmondes $\vec{r}_M \big(\alpha_M, | Das Phänomen der Sternbedeckung durch die Planeten berechnet sich wie eine Sternbedeckung durch den Mond. Man ersetzt die Koordinaten des Erdmondes $\vec{r}_M \big(\alpha_M, | ||
- | $$\vert\delta_P - \delta_*\vert \lt \frac{\pi_P + \frac{\varnothing}{2}} {\vert\sin(P)\vert}$$ | + | $$\vert\delta_P - \delta_*\vert \lt \frac{\pi_P + \frac{\varnothing}{2}} {\vert\sin(P)\vert}\tag{11}$$ |
$P$ ist der Positionswinkel der Bewegungsrichtung des Planeten und $\pi_P$ die entsprechende Parallaxe. | $P$ ist der Positionswinkel der Bewegungsrichtung des Planeten und $\pi_P$ die entsprechende Parallaxe. |
sternbedeckungen.1712583840.txt.gz · Zuletzt geändert: 2024/12/20 01:36 (Externe Bearbeitung)