loesung_der_keplergleichung
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen der Seite angezeigt.
Beide Seiten, vorherige ÜberarbeitungVorherige ÜberarbeitungNächste Überarbeitung | Vorherige Überarbeitung | ||
loesung_der_keplergleichung [2024/05/29 15:38] – hcgreier | loesung_der_keplergleichung [2025/08/24 02:20] (aktuell) – hcgreier | ||
---|---|---|---|
Zeile 40: | Zeile 40: | ||
Diese Größe ist dimensionslos und liegt bei einer Ellipse immer zwischen 0 und 1. Die Exzentrizität $\epsilon = 0$ wäre bei einem Kreis gegeben. Der Perihelabstand und Aphelabstand werden mit $ q $ bzw. $ Q $ bezeichnet. Befindet sich der Körper im Perihel, ist $ \nu = 0^{\circ} $ und $ r = q $, während im Aphel $ \nu = 180^{\circ} $ ist und $ r = Q $. | Diese Größe ist dimensionslos und liegt bei einer Ellipse immer zwischen 0 und 1. Die Exzentrizität $\epsilon = 0$ wäre bei einem Kreis gegeben. Der Perihelabstand und Aphelabstand werden mit $ q $ bzw. $ Q $ bezeichnet. Befindet sich der Körper im Perihel, ist $ \nu = 0^{\circ} $ und $ r = q $, während im Aphel $ \nu = 180^{\circ} $ ist und $ r = Q $. | ||
- | Nun betrachtet man in **Abb. 2** einen fiktiven Planeten oder Kometen $K'$, der eine // | + | Nun betrachtet man in **Abb. 2** einen fiktiven Planeten oder Kometen $K'$, der eine // |
< | < | ||
Zeile 48: | Zeile 48: | ||
Definitionsgemäß wächst der Winkel $M$ linear (gleichförmig) mit der Zeit. Der Wert von $M$ ist leicht zu finden, da im Perihel $M = 0^{\circ}$ gilt und der Winkel während eines vollständigen Umlaufes um exakt $360^{\circ}$ zunimmt. | Definitionsgemäß wächst der Winkel $M$ linear (gleichförmig) mit der Zeit. Der Wert von $M$ ist leicht zu finden, da im Perihel $M = 0^{\circ}$ gilt und der Winkel während eines vollständigen Umlaufes um exakt $360^{\circ}$ zunimmt. | ||
- | Das eigentliche Problem besteht aber darin, die wahre Anomalie $\nu$ zu finden, wenn die mittlere Anomalie $M$ und die Bahnexzentrizität $\epsilon$ bekannt sind. Falls man nicht auf eine Reihenentwicklung zurückgreifen will, ist man gezwungen, die Keplergleichung zu lösen. Hierzu ist es nötig, einen Hilfswinkel $E$, die **exzentrische Anomalie**, einzuführen. | + | Das eigentliche Problem besteht aber darin, die wahre Anomalie $\nu$ zu finden, wenn die mittlere Anomalie $M$ und die Bahnexzentrizität $\epsilon$ bekannt sind. Falls man nicht auf eine Reihenentwicklung zurückgreifen will, ist man gezwungen, die Keplergleichung zu lösen. Hierzu ist es nötig, einen Hilfswinkel $E$, die **exzentrische Anomalie**, einzuführen. |
- | Steht der Planet im Perihel, dann sind die Winkel $\nu = E = M = 0^{\circ}$. In der Nähe des Perihels hat der wahre Planet eine größere Geschwindigkeit als der mittlere, fiktive Planet. | + | Steht der Planet im Perihel, dann sind die Winkel $\nu = E = M = 0^{\circ}$. In der Nähe des Perihels hat der wahre Planet eine größere Geschwindigkeit als der mittlere, fiktive Planet. |
$$\nu \gt M$$ | $$\nu \gt M$$ | ||
Zeile 170: | Zeile 170: | ||
Es zeigt sich, dass derart viele Iterationen nur bei sehr großen Werten für $\epsilon$ auftreten, die sehr nahe an $1$ liegen. Die höchste Exzentrizität der Planeten hat Merkur* mit etwa $\epsilon = 0.205631^{\circ}$ (für Epoche $J2000$). Die Berechnung für alle Planeten mit dieser Methode sollte daher keine Probleme bereiten. Für Kometen, die eine sehr hohe Exzentrizität haben können, empfiehlt sich diese Methode nicht. | Es zeigt sich, dass derart viele Iterationen nur bei sehr großen Werten für $\epsilon$ auftreten, die sehr nahe an $1$ liegen. Die höchste Exzentrizität der Planeten hat Merkur* mit etwa $\epsilon = 0.205631^{\circ}$ (für Epoche $J2000$). Die Berechnung für alle Planeten mit dieser Methode sollte daher keine Probleme bereiten. Für Kometen, die eine sehr hohe Exzentrizität haben können, empfiehlt sich diese Methode nicht. | ||
+ | {{anchor: | ||
<WRAP center round info 100%> | <WRAP center round info 100%> | ||
* Pluto hat eine größere Exzentrizität als Merkur mit $\epsilon_{Pluto} = 0.2488^{\circ}$, | * Pluto hat eine größere Exzentrizität als Merkur mit $\epsilon_{Pluto} = 0.2488^{\circ}$, | ||
Zeile 293: | Zeile 293: | ||
<WRAP center round tip 100%> | <WRAP center round tip 100%> | ||
- | Es sei darauf hingewiesen, | + | Es sei darauf hingewiesen, |
</ | </ | ||
Zeile 451: | Zeile 451: | ||
<WRAP center round tip 100%> | <WRAP center round tip 100%> | ||
- | Gegebenenfalls kann diese Näherungsformel einen **Startwert** für die Methoden 1/2 liefern. | + | Gegebenenfalls kann diese Näherungsformel einen **Startwert** für die Methoden 1 bzw. 2 liefern. |
</ | </ | ||
Zeile 480: | Zeile 480: | ||
< | < | ||
- | Größere Abweichungen gibt es für die Planeten Merkur, Mars und Saturn. Man sieht, | + | Größere Abweichungen gibt es für die Planeten Merkur, Mars und Saturn. Man sieht, |
loesung_der_keplergleichung.1716989897.txt.gz · Zuletzt geändert: 2024/12/20 01:34 (Externe Bearbeitung)