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loesung_der_keplergleichung [2024/03/07 15:33] hcgreierloesung_der_keplergleichung [2025/08/24 02:20] (aktuell) hcgreier
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   - Berechnen der heliozentrischen Positionen aus den mittleren Bahnelementen des Körpers (Keplerbahnen). Dies ist zwar die ungenaueste Methode, liefert aber sehr schnelle Ergebnisse und ist für manche Anwendungen genau genug. Man könnte z.B. eine Grafik mit den aktuellen Planetenpositonen erzeugen, wobei natürlich nicht auf Bogensekunden genau gerechnet werden muss, da dies in der Grafik gar nicht darstellbar ist.    - Berechnen der heliozentrischen Positionen aus den mittleren Bahnelementen des Körpers (Keplerbahnen). Dies ist zwar die ungenaueste Methode, liefert aber sehr schnelle Ergebnisse und ist für manche Anwendungen genau genug. Man könnte z.B. eine Grafik mit den aktuellen Planetenpositonen erzeugen, wobei natürlich nicht auf Bogensekunden genau gerechnet werden muss, da dies in der Grafik gar nicht darstellbar ist. 
  
-In diesem Kapitel geht es um den dritten Fall. Es soll die wahre Anomalie $\nu$ des Objekts berechnet werden. Dies kann entweder durch Lösung der Keplergleichung erreicht werden oder – wenn die Bahnexzentrizität $\epsilon$ nicht zu groß ist – durch eine Reihenentwicklung (Mittelpunktsgleichung) oder eine einfache Näherungsformel.+In diesem Kapitel geht es um den dritten Fall. Es soll die **wahre Anomalie** $\nu$ des Objekts berechnet werden. Dies kann entweder durch Lösung der Keplergleichung erreicht werden oder – wenn die Bahnexzentrizität $\epsilon$ nicht zu groß ist – durch eine Reihenentwicklung (Mittelpunktsgleichung) oder eine einfache Näherungsformel.
  
 ===== Begriffe und Zusammenhänge ===== ===== Begriffe und Zusammenhänge =====
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 <WRAP center round box 100%> <WRAP center round box 100%>
 +$S\dots$ Sonne (Brennpunkt)\\
 $P\dots$ Perihel (Sonnennähe)\\ $P\dots$ Perihel (Sonnennähe)\\
 $A\dots$ Aphel (Sonnenferne)\\ $A\dots$ Aphel (Sonnenferne)\\
 +$K\dots$ umlaufender Körper (Planet, Komet,...)\\
 $a = \overline{ZP}\dots$ große Halbachse\\ $a = \overline{ZP}\dots$ große Halbachse\\
 $e = \overline{ZS}\dots$ lineare Exzentrizität\\ $e = \overline{ZS}\dots$ lineare Exzentrizität\\
 +$b\dots$ kleine Halbachse, $b^2 = a^2 - e^2$\\
 $\epsilon = \frac{\overline{ZS}}{\overline{ZP}} = \frac{e}{a}\dots$ numerische Exzentrizität\\ $\epsilon = \frac{\overline{ZS}}{\overline{ZP}} = \frac{e}{a}\dots$ numerische Exzentrizität\\
-$\nu = \angle PSK\dots$ wahre Anomalie\\ 
-$E = \angle PZH\dots$ exzentrische Anomalie\\ 
 $\overline{SP} = q = a\cdot(1 - \epsilon)\dots$ Perihelabstand\\ $\overline{SP} = q = a\cdot(1 - \epsilon)\dots$ Perihelabstand\\
 +$\overline{SK} = r \dots$ Radiusvektor (Abstand Sonne-Körper)\\
 $\overline{SA} = Q = a\cdot(1 + \epsilon)\dots$ Aphelabstand\\ $\overline{SA} = Q = a\cdot(1 + \epsilon)\dots$ Aphelabstand\\
 $\overline{PA} = 2\cdot a = q + Q\dots$ große Achse\\ $\overline{PA} = 2\cdot a = q + Q\dots$ große Achse\\
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 Die Halbachse $\overline{ZP}$ wird im allgemeinen mit $a$ bezeichnet und auch in Astronomischen Einheiten angegeben. Die numerische Exzentrizität $\epsilon$ der Bahn ist definiert als das Verhältnis der Strecke $\overline{ZS}$ (= lineare Exzentrizität) zur Strecke $\overline{ZP}$: Die Halbachse $\overline{ZP}$ wird im allgemeinen mit $a$ bezeichnet und auch in Astronomischen Einheiten angegeben. Die numerische Exzentrizität $\epsilon$ der Bahn ist definiert als das Verhältnis der Strecke $\overline{ZS}$ (= lineare Exzentrizität) zur Strecke $\overline{ZP}$:
  
-$$\epsilon = \frac{\overline{ZS}}{\overline{ZP}} = \frac{e}{a}$$+$$\epsilon = \frac{\overline{ZS}}{\overline{ZP}} = \frac{e}{a}\tag{1}$$
  
-Diese Größe ist dimensionslos und liegt bei einer Ellipse immer zwischen 0 und 1. Die Exzentrizität $ = 0 $ wäre bei einem Kreis gegeben. Der Perihelabstand und Aphelabstand werden mit $ q $ bzw. $ Q $ bezeichnet. Befindet sich der Körper im Perihel, ist $ \nu = 0^{\circ} $ und $ r = q $, während im Aphel $ \nu = 180^{\circ} $ ist und $ r = Q $.+Diese Größe ist dimensionslos und liegt bei einer Ellipse immer zwischen 0 und 1. Die Exzentrizität $\epsilon = 0$ wäre bei einem Kreis gegeben. Der Perihelabstand und Aphelabstand werden mit $ q $ bzw. $ Q $ bezeichnet. Befindet sich der Körper im Perihel, ist $ \nu = 0^{\circ} $ und $ r = q $, während im Aphel $ \nu = 180^{\circ} $ ist und $ r = Q $.
  
-Nun betrachtet man in **Abb. 2** einen fiktiven Planeten oder Kometen $K'$, der eine //Kreisbahn// um die Sonne beschreibt, und sich mit **konstanter** Geschwindigkeit bewegt und die gleiche Umlaufzeit hat, wie der reale Planet oder Komet $K$ auf der elliptischen Bahn. Darüber hinaus wird angesetzt, dass sich das fiktive Objekt im Punkt $P'$ befindet, wenn der reale Körper im Perihel $P$ steht. Als Hilfskreis wird der Scheitelkreis der Hautpachse $a$  genommen, auf dem sich der fiktive Planet bewege. Einige Zeit später, wenn sich der wahre Körper in $K$ befindet, ist das fiktive Objekt bis nach $K'$ gelaufen. Wie bereits angemerkt ist der Winkel $\nu = \angle PSK$ die **wahre Anomalie** $\nu$ des Objekts zum gegebenen Zeitpunkt. Zur gleichen Zeit durchläuft $K'$ den Winkel $\angle P'ZK'$, und dies ist die **mittlere Anomalie**, die im allgemeinen mit $M$ bezeichnet wird.+Nun betrachtet man in **Abb. 2** einen fiktiven Planeten oder Kometen $K'$, der eine //Kreisbahn// um die Sonne beschreibt, und sich mit **konstanter** Geschwindigkeit bewegt und die **gleiche Umlaufzeit** hat, wie der reale Planet oder Komet $K$ auf der elliptischen Bahn. Darüber hinaus wird angesetzt, dass sich das fiktive Objekt im Punkt $P'$ befindet, wenn der reale Körper im Perihel $P$ steht. Als Hilfskreis wird der Scheitelkreis der Hauptachse $a$ genommen, auf dem sich der fiktive Planet bewege. Einige Zeit später, wenn sich der wahre Körper in $K$ befindet, ist das fiktive Objekt bis nach $K'$ gelaufen. Wie bereits angemerkt ist der Winkel $\nu = \angle PSK$ die **wahre Anomalie** $\nu$ des Objekts zum gegebenen Zeitpunkt. Zur gleichen Zeit durchläuft $K'$ den Winkel $\angle P'ZK'$, und dies ist die **mittlere Anomalie**, die im allgemeinen mit $M$ bezeichnet wird.
  
 <imgcaption image2|Maßgebliche Winkel für die Keplergleichung>{{ :keplergleichung_winkel.png?800 |}}</imgcaption> <imgcaption image2|Maßgebliche Winkel für die Keplergleichung>{{ :keplergleichung_winkel.png?800 |}}</imgcaption>
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 Definitionsgemäß wächst der Winkel $M$ linear (gleichförmig) mit der Zeit. Der Wert von $M$ ist leicht zu finden, da im Perihel $M = 0^{\circ}$ gilt und der Winkel während eines vollständigen Umlaufes um exakt $360^{\circ}$ zunimmt. Definitionsgemäß wächst der Winkel $M$ linear (gleichförmig) mit der Zeit. Der Wert von $M$ ist leicht zu finden, da im Perihel $M = 0^{\circ}$ gilt und der Winkel während eines vollständigen Umlaufes um exakt $360^{\circ}$ zunimmt.
  
-Das eigentliche Problem besteht aber darin, die wahre Anomalie $\nu$ zu finden, wenn die mittlere Anomalie $M$ und die Bahnexzentrizität $\epsilon$ bekannt sind. Falls man nicht auf eine Reihenentwicklung zurückgreifen will, ist man gezwungen, die Keplergleichung zu lösen. Hierzu ist es nötig, einen Hilfswinkel $E$, die **exzentrische Anomalie**, einzuführen. Dessen geometrische Definition ist in **Abb. 2** angegeben. Der äußere gestrichelte Hilfskreis hat den Durchmesser $2a = \overline{AP}$ der großen Achse. Man zeichnet $\overline{HK}$ rechtwinklig zu $\overline{AP}$. Den Winkel $\angle PZH$ nennt man die **exzentrische Anomalie** $E$.+Das eigentliche Problem besteht aber darin, die wahre Anomalie $\nu$ zu finden, wenn die mittlere Anomalie $M$ und die Bahnexzentrizität $\epsilon$ bekannt sind. Falls man nicht auf eine Reihenentwicklung zurückgreifen will, ist man gezwungen, die Keplergleichung zu lösen. Hierzu ist es nötig, einen Hilfswinkel $E$, die **exzentrische Anomalie**, einzuführen. Deren geometrische Definition ist in **Abb. 2** angegeben. Der äußere gestrichelte Hilfskreis hat den Durchmesser $2a = \overline{AP}$ der großen Achse. Man zeichnet $\overline{HK}$ rechtwinklig zu $\overline{AP}$. Den Winkel $\angle PZH$ nennt man die **exzentrische Anomalie** $E$.
  
-Steht der Planet im Perihel, dann sind die Winkel $\nu = E = M = 0^{\circ}$. In der Nähe des Perihels hat der wahre Planet eine größere Geschwindigkeit als der mittlere, fiktive Planet. Diese ist dem 2. Keplerschen Gesetz geschuldet, wonach ein Körper in gleichen Zeiten mit dem Radiusvektor $r$ dieselben Flächen überfährt, und sich der Körper deshalb in Perihelnähe schneller bewegt als in Aphelnähe. Deshalb gilt zwischen Perihel und Aphel (wenn sich der Planet von der Sonne entfernt)+Steht der Planet im Perihel, dann sind die Winkel $\nu = E = M = 0^{\circ}$. In der Nähe des Perihels hat der wahre Planet eine größere Geschwindigkeit als der mittlere, fiktive Planet. Dies ist dem 2. Keplerschen Gesetz geschuldet, wonach ein Körper in gleichen Zeiten mit dem Radiusvektor $r$ dieselben Flächen überfährt, und sich der Körper deshalb in Perihelnähe schneller bewegt als in Aphelnähe. Deshalb gilt zwischen Perihel und Aphel (wenn sich der Planet von der Sonne entfernt)
  
 $$\nu \gt M$$ $$\nu \gt M$$
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 Den Radiusvektor $r$, also die Entfernung des Körpers von der Sonne, erhält man über eine der folgenden Beziehungen: Den Radiusvektor $r$, also die Entfernung des Körpers von der Sonne, erhält man über eine der folgenden Beziehungen:
  
-$$r = a\cdot (1 - \epsilon\cdot \cos E)$$ oder+$$r = a\cdot (1 - \epsilon\cdot \cos E)\tag{2}$$ oder
  
-$$r = \large \frac{{a\cdot (1 - {\epsilon^2})}}{{1 +\epsilon\cdot \cos \nu }}$$ oder+$$r = \large \frac{{a\cdot (1 - {\epsilon^2})}}{{1 +\epsilon\cdot \cos \nu }}\tag{3}$$ oder
  
-$$r = \large \frac{{q\cdot (1 - \epsilon)}}{{1 +\epsilon\cdot \cos \nu }}$$+$$r = \large \frac{{q\cdot (1 - \epsilon)}}{{1 +\epsilon\cdot \cos \nu }}\tag{4}$$
  
 ===== Methoden zur Bestimmung der wahren Anomalie ===== ===== Methoden zur Bestimmung der wahren Anomalie =====
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 Wenn nun die exzentrische Anomalie $E$ bekannt wäre, dann kann man daraus die wahre Anomalie $\nu$ berechnen mit der Barkerschen Gleichung Wenn nun die exzentrische Anomalie $E$ bekannt wäre, dann kann man daraus die wahre Anomalie $\nu$ berechnen mit der Barkerschen Gleichung
  
-\[ \tan \left(\frac{\nu }{2}\right) = \sqrt {\frac{{1 + \epsilon}}{{1 - \epsilon}}}  \cdot \tan \left(\frac{E}{2}\right) \]+\[\tan\left(\frac{\nu }{2}\right) = \sqrt{\frac{{1 + \epsilon}}{{1 - \epsilon}}} \cdot \tan\left(\frac{E}{2}\right)\tag{5}\]
  
 Die Keplergleichung lautet: Die Keplergleichung lautet:
  
-\[\Large E = M + \epsilon\cdot \sin E \]+\[\Large E = M + \epsilon\cdot \sin E \tag{6}\]
  
 Diese Gleichung muss nach $E$ aufgelöst werden. Es handelt sich hier aber um eine //transzendente// Gleichung, die nicht direkt gelöst werden kann, weil $E$ einmal alleine auftaucht und auch als Argument der Sinusfunktion. Im folgenden sollen nun 4 Methoden zur Ermittelung von $E$ bzw. $\nu$ beschrieben werden. Diese Gleichung muss nach $E$ aufgelöst werden. Es handelt sich hier aber um eine //transzendente// Gleichung, die nicht direkt gelöst werden kann, weil $E$ einmal alleine auftaucht und auch als Argument der Sinusfunktion. Im folgenden sollen nun 4 Methoden zur Ermittelung von $E$ bzw. $\nu$ beschrieben werden.
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 In die Formel der Keplergleichung müssen die Winkel $M$ und $E$ in **Bogenmaß** eingesetzt werden. In den Programmiersprachen werden die Argumente von trigonometrischen Funktionen ohnehin im Bogenmaß erwartet. Soll die Berechnung aber im //Gradmodus// durchgeführt werden, dann muss $\epsilon$ mit dem Umrechnungsfaktor $\tfrac{180}{\pi}$ vom [[:mathematische_grundlagen#grad-_und_bogenmass|Bogenmaß in Grad]], multipliziert werden. Man nennt die umgerechnete Größe $\epsilon_0$ modifizierte Exzentrizität. Die Keplergleichung lautet dann In die Formel der Keplergleichung müssen die Winkel $M$ und $E$ in **Bogenmaß** eingesetzt werden. In den Programmiersprachen werden die Argumente von trigonometrischen Funktionen ohnehin im Bogenmaß erwartet. Soll die Berechnung aber im //Gradmodus// durchgeführt werden, dann muss $\epsilon$ mit dem Umrechnungsfaktor $\tfrac{180}{\pi}$ vom [[:mathematische_grundlagen#grad-_und_bogenmass|Bogenmaß in Grad]], multipliziert werden. Man nennt die umgerechnete Größe $\epsilon_0$ modifizierte Exzentrizität. Die Keplergleichung lautet dann
  
-\[ E = M + \epsilon_0\cdot \sin E \]+\[ E = M + \epsilon_0\cdot \sin E \tag{7}\]
  
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 Diese Methode ist sehr einfach und sie konvergiert immer. Bei kleinem $\epsilon$ wird es nie Probleme geben. Die Zahl der nötigen Iterationen steigt jedoch mit zunehmendem $\epsilon$. So sind z.B. mit den Startwerten $\epsilon = 0.99$ und $M = 2^{\circ}$ nicht weniger als 94 Iterationen notwendig, um das Ergebnis mit einer Genauigkeit von $0\overset{\circ}{.}000001$ zu erhalten: Diese Methode ist sehr einfach und sie konvergiert immer. Bei kleinem $\epsilon$ wird es nie Probleme geben. Die Zahl der nötigen Iterationen steigt jedoch mit zunehmendem $\epsilon$. So sind z.B. mit den Startwerten $\epsilon = 0.99$ und $M = 2^{\circ}$ nicht weniger als 94 Iterationen notwendig, um das Ergebnis mit einer Genauigkeit von $0\overset{\circ}{.}000001$ zu erhalten:
  
-Die folgende Tabelle zeigt die Zwischenergebnisse der 94 Iterationen für $\epsilon = 0.99$ und $M = 2^{\circ}$:+Die folgende Tabelle zeigt die Zwischenergebnisse der 94 Iterationen für $\epsilon = 0.99$ und $M = 2^{\circ}$:
 {{tablelayout?rowsHeaderSource=Auto&colwidth="50px,130px,50px,130px,50px,130px,50px,130px"&float=center}} {{tablelayout?rowsHeaderSource=Auto&colwidth="50px,130px,50px,130px,50px,130px,50px,130px"&float=center}}
-^ Iterationen nach Methode 1                                                                                             |||||||| + Tabelle 1: Iterationen nach Methode 1  |||||||| 
-^ #                           ^ $M[^{\circ}]$  ^ #   ^ $M[^{\circ}]$  ^ #   ^ $M[^{\circ}]$              ^ #   ^ $M[^{\circ}]$ +^ #   ^ $M[^{\circ}]$  ^ #   ^ $M[^{\circ}]$  ^ #   ^ $M[^{\circ}]$              ^ #   ^ $M[^{\circ}]$ 
-| 01                          | //2.000000//   | 25  | 30.817592      | 49  | 32.338768                  | 73  | 32.360703      | +| 01  | //2.000000//   | 25  | 30.817592      | 49  | 32.338768                  | 73  | 32.360703      | 
-| 02                          | //3.979598//   | 26  | 31.059475      | 50  | 32.342408                  | 74  | 32.360753      | +| 02  | //3.979598//   | 26  | 31.059475      | 50  | 32.342408                  | 74  | 32.360753      | 
-| 03                          | 5.936635       | 27  | 31.264867      | 51  | <wrap em>32.345452</wrap>  | 75  | 32.360795      | +| 03  | 5.936635       | 27  | 31.264867      | 51  | <wrap em>32.345452</wrap>  | 75  | 32.360795      | 
-| 04                          | 7.866758       | 28  | 31.438865      | 52  | 32.347998                  | 76  | 32.360829      | +| 04  | 7.866758       | 28  | 31.438865      | 52  | 32.347998                  | 76  | 32.360829      | 
-| 05                          | 9.763644       | 29  | 31.585971      | 53  | 32.350128                  | 77  | 32.360859      | +| 05  | 9.763644       | 29  | 31.585971      | 53  | 32.350128                  | 77  | 32.360859      | 
-| 06                          | 11.619294      | 30  | 31.710129      | 54  | 32.351909                  | 78  | 32.360883      | +| 06  | 11.619294      | 30  | 31.710129      | 54  | 32.351909                  | 78  | 32.360883      | 
-| 07                          | 13.424417      | 31  | 31.814766      | 55  | 32.353398                  | 79  | 32.360903      | +| 07  | 13.424417      | 31  | 31.814766      | 55  | 32.353398                  | 79  | 32.360903      | 
-| 08                          | 15.168909      | 32  | 31.902843      | 56  | 32.354644                  | 80  | 32.360920      | +| 08  | 15.168909      | 32  | 31.902843      | 56  | 32.354644                  | 80  | 32.360920      | 
-| 09                          | 16.842404      | 33  | 31.976903      | 57  | 32.355686                  | 81  | 32.360935      | +| 09  | 16.842404      | 33  | 31.976903      | 57  | 32.355686                  | 81  | 32.360935      | 
-| 10                          | 18.434883      | 34  | 32.039122      | 58  | 32.356557                  | 82  | 32.360947      | +| 10  | 18.434883      | 34  | 32.039122      | 58  | 32.356557                  | 82  | 32.360947      | 
-| 11                          | 19.937269      | 35  | 32.091354      | 59  | 32.357286                  | 83  | 32.360957      | +| 11  | 19.937269      | 35  | 32.091354      | 59  | 32.357286                  | 83  | 32.360957      | 
-| 12                          | 21.341978      | 36  | 32.135176      | 60  | 32.357895                  | 84  | 32.360965      | +| 12  | 21.341978      | 36  | 32.135176      | 60  | 32.357895                  | 84  | 32.360965      | 
-| 13                          | 22.643349      | 37  | 32.171921      | 61  | 32.358405                  | 85  | 32.360972      | +| 13  | 22.643349      | 37  | 32.171921      | 61  | 32.358405                  | 85  | 32.360972      | 
-| 14                          | 23.837929      | 38  | 32.202720      | 62  | 32.358831                  | 86  | 32.360978      | +| 14  | 23.837929      | 38  | 32.202720      | 62  | 32.358831                  | 86  | 32.360978      | 
-| 15                          | 24.924579      | 39  | 32.228525      | 63  | 32.359187                  | 87  | 32.360983      | +| 15  | 24.924579      | 39  | 32.228525      | 63  | 32.359187                  | 87  | 32.360983      | 
-| 16                          | 25.904408      | 40  | 32.250138      | 64  | 32.359485                  | 88  | 32.360987      | +| 16  | 25.904408      | 40  | 32.250138      | 64  | 32.359485                  | 88  | 32.360987      | 
-| 17                          | 26.780556      | 41  | 32.268237      | 65  | 32.359735                  | 89  | 32.360990      | +| 17  | 26.780556      | 41  | 32.268237      | 65  | 32.359735                  | 89  | 32.360990      | 
-| 18                          | 27.557863      | 42  | 32.283389      | 66  | 32.359943                  | 90  | 32.360993      | +| 18  | 27.557863      | 42  | 32.283389      | 66  | 32.359943                  | 90  | 32.360993      | 
-| 19                          | 28.242483      | 43  | 32.296071      | 67  | 32.360117                  | 91  | 32.360995      | +| 19  | 28.242483      | 43  | 32.296071      | 67  | 32.360117                  | 91  | 32.360995      | 
-| 20                          | 28.841471      | 44  | 32.306685      | 68  | 32.360263                  | 92  | 32.360997      | +| 20  | 28.841471      | 44  | 32.306685      | 68  | 32.360263                  | 92  | 32.360997      | 
-| 21                          | 29.362399      | 45  | 32.315567      | 69  | 32.360385                  | 93  | 32.360999      | +| 21  | 29.362399      | 45  | 32.315567      | 69  | 32.360385                  | 93  | 32.360999      | 
-| 22                          | 29.813009      | 46  | 32.322999      | 70  | 32.360487                  | 94  | 32.361000      | +| 22  | 29.813009      | 46  | 32.322999      | 70  | 32.360487                  | 94  | 32.361000      | 
-| 23                          | 30.200940      | 47  | 32.329216      | 71  | 32.360572                  | 95  | 32.361002      | +| 23  | 30.200940      | 47  | 32.329216      | 71  | 32.360572                  | 95  | 32.361002      | 
-| 24                          | 30.533515      | 48  | 32.334417      | 72  | 32.360643                  | 96  | 32.361002      |+| 24  | 30.533515      | 48  | 32.334417      | 72  | 32.360643                  | 96  | 32.361002      |
  
 Die ersten beiden //kursiven// Zahlen sind die Startwerte, also die ersten beiden berechneten Werte, mit denen die Iterationsschleife gestartet wird. Die restlichen sind die 94 Iterationen, bis eine Genauigkeit von 6 Kommastellen erreicht wird, d.h. die Differenz in der 6. Kommastelle = 0 wird. Nach 50 Iterationen weicht das Ergebnis (<wrap em>rot:</wrap> $32\overset{\circ}{.}345452$) immer noch um mehr als $0\overset{\circ}{.}01$ vom korrekten Wert ($32\overset{\circ}{.}361002$) ab! Die ersten beiden //kursiven// Zahlen sind die Startwerte, also die ersten beiden berechneten Werte, mit denen die Iterationsschleife gestartet wird. Die restlichen sind die 94 Iterationen, bis eine Genauigkeit von 6 Kommastellen erreicht wird, d.h. die Differenz in der 6. Kommastelle = 0 wird. Nach 50 Iterationen weicht das Ergebnis (<wrap em>rot:</wrap> $32\overset{\circ}{.}345452$) immer noch um mehr als $0\overset{\circ}{.}01$ vom korrekten Wert ($32\overset{\circ}{.}361002$) ab!
  
 Es zeigt sich, dass derart viele Iterationen nur bei sehr großen Werten für $\epsilon$ auftreten, die sehr nahe an $1$ liegen. Die höchste Exzentrizität der Planeten hat Merkur* mit etwa $\epsilon = 0.205631^{\circ}$ (für Epoche $J2000$). Die Berechnung für alle Planeten mit dieser Methode sollte daher keine Probleme bereiten. Für Kometen, die eine sehr hohe Exzentrizität haben können, empfiehlt sich diese Methode nicht. Es zeigt sich, dass derart viele Iterationen nur bei sehr großen Werten für $\epsilon$ auftreten, die sehr nahe an $1$ liegen. Die höchste Exzentrizität der Planeten hat Merkur* mit etwa $\epsilon = 0.205631^{\circ}$ (für Epoche $J2000$). Die Berechnung für alle Planeten mit dieser Methode sollte daher keine Probleme bereiten. Für Kometen, die eine sehr hohe Exzentrizität haben können, empfiehlt sich diese Methode nicht.
 +{{anchor:kepler1_iter}}
 <WRAP center round info 100%> <WRAP center round info 100%>
 * Pluto hat eine größere Exzentrizität als Merkur mit $\epsilon_{Pluto} = 0.2488^{\circ}$, gilt aber seit 2006 nicht mehr als Planet (Zwergplanet). * Pluto hat eine größere Exzentrizität als Merkur mit $\epsilon_{Pluto} = 0.2488^{\circ}$, gilt aber seit 2006 nicht mehr als Planet (Zwergplanet).
Zeile 189: Zeile 191:
 Parameter: Parameter:
 M... mittlere Anomalie, dezimaler Winkelwert M... mittlere Anomalie, dezimaler Winkelwert
-e... Exzentrizität, dezimaler Winkelwert+e... numerische Exzentrizität, dimensionlslos
 Rückgabe: Rückgabe:
 E... exzentrische Anomalie, dezimaler Winkelwert E... exzentrische Anomalie, dezimaler Winkelwert
Zeile 218: Zeile 220:
 ==== Methode 2 ==== ==== Methode 2 ====
  
-Wenn die Bahnexzentrizität $\epsilon \gt 0.3$ ist, kann die oben beschriebene Methode 1 so langsam konvergieren, dass es ratsam ist, eine bessere Iterationsformel zu benutzen, die Newton-Raphson Iteration. Einen besseren Wert $E_1$ für $E$ erhält man dabei mit+Wenn die Bahnexzentrizität $\epsilon \gt 0.3$ ist, kann die oben beschriebene Methode 1 so langsam konvergieren, dass es ratsam ist, eine bessere Iterationsformel zu benutzen: Die Newton-Raphson Iteration. Einen besseren Wert $E_1$ für $E$ erhält man dabei mit
  
-$$ {E_1}^{rad} = {E_0} + \frac{{M + \epsilon \cdot \sin ({E_0}) - {E_0}}}{{1 - \epsilon \cdot \cos {E_0}}}$$+$${E_1}^{rad} = {E_0} + \frac{{M + \epsilon \cdot \sin({E_0}) - {E_0}}}{{1 - \epsilon \cdot \cos{E_0}}}\tag{8}$$
  
 wobei $E_0$ der zuletzt für $E$ erhaltene Wert ist. In dieser Formel sind die Winkel $M$, $E_0$ und $E_1$ in Bogenmaß ausgedrückt. Will man im Gradmodus arbeiten, dann muss man die Exzentrizität $\epsilon$ **nur im Zähler des Bruches** durch die modifizierte Exzentrizität $\epsilon_0 = \epsilon \cdot \tfrac{180}{\pi}$ ersetzen: wobei $E_0$ der zuletzt für $E$ erhaltene Wert ist. In dieser Formel sind die Winkel $M$, $E_0$ und $E_1$ in Bogenmaß ausgedrückt. Will man im Gradmodus arbeiten, dann muss man die Exzentrizität $\epsilon$ **nur im Zähler des Bruches** durch die modifizierte Exzentrizität $\epsilon_0 = \epsilon \cdot \tfrac{180}{\pi}$ ersetzen:
  
-$$ {E_1}^{\circ} = {E_0} + \frac{{M + \epsilon \cdot \tfrac{180}{\pi } \cdot \sin ({E_0}) - {E_0}}}{{1 - \epsilon \cdot \cos {E_0}}}$$+$${E_1}^{\circ} = {E_0} + \frac{{M + \epsilon \cdot \tfrac{180}{\pi } \cdot \sin({E_0}) - {E_0}}}{{1 - \epsilon \cdot \cos{E_0}}}\tag{9}$$
  
 Der Prozess muss auch hier so oft wiederholt werden, bis die geforderte Genauigkeit erreicht wird. Man beachte den Unterschied zwischen der Formeln der Methode 1 und jener der Methode 2. Die Methode 1 liefert direkt eine neue Näherung für $E$. Während auch die Formel der Methode 2 eine neue Näherung $E_1$ für die exzentrische Anomalie liefert, ist der Bruch im zweiten Teil rechts bereits eine **Korrektur** zum vorherigen Wert $E_0$. Die Newton-Raphson Iteration konvergiert schneller als in der Methode 1.  Der Prozess muss auch hier so oft wiederholt werden, bis die geforderte Genauigkeit erreicht wird. Man beachte den Unterschied zwischen der Formeln der Methode 1 und jener der Methode 2. Die Methode 1 liefert direkt eine neue Näherung für $E$. Während auch die Formel der Methode 2 eine neue Näherung $E_1$ für die exzentrische Anomalie liefert, ist der Bruch im zweiten Teil rechts bereits eine **Korrektur** zum vorherigen Wert $E_0$. Die Newton-Raphson Iteration konvergiert schneller als in der Methode 1. 
Zeile 251: Zeile 253:
 Parameter: Parameter:
 M... mittlere Anomalie, dezimaler Winkelwert M... mittlere Anomalie, dezimaler Winkelwert
-e... Exzentrizität, dezimaler Winkelwert+e... numerische Exzentrizität, dimensionlslos
 Rückgabe: Rückgabe:
 E... exzentrische Anomalie, dezimaler Winkelwert E... exzentrische Anomalie, dezimaler Winkelwert
Zeile 283: Zeile 285:
 Wenn man wieder das Beispiel aus Methode 1 berechnet, also $\epsilon = 0.1$ und $M = 5^{\circ}$, erhält man hier bereits nach 3 Iterationen eine Genauigkeit von 9 Kommastellen. Wenn man wieder das Beispiel aus Methode 1 berechnet, also $\epsilon = 0.1$ und $M = 5^{\circ}$, erhält man hier bereits nach 3 Iterationen eine Genauigkeit von 9 Kommastellen.
 {{tablelayout?rowsHeaderSource=Auto&colwidth="160px,160px,160px"&float=center}} {{tablelayout?rowsHeaderSource=Auto&colwidth="160px,160px,160px"&float=center}}
-^  $E_0$          ^  Korrekturwert    $E_1$         +^  Tabelle 2  ||| 
-|  $5.000000000$  |  $0.554616193$    $5.554616193$ | +^  $E_0$          ^  Korrekturwert    $E_1$          
-|  $5.554616193$  |  $-0.000026939$  |  $5.554589254$ | +|  $5.000000000$  |  $0.554616193$    $5.554616193$  
-|  $5.554589254$  |  $-0.000000000$  |  $5.554589254$ |+|  $5.554616193$  |  $-0.000026939$  |  $5.554589254$  
 +|  $5.554589254$  |  $-0.000000000$  |  $5.554589254$  |
  
  
 <WRAP center round tip 100%> <WRAP center round tip 100%>
-Es sei darauf hingewiesen, dass eine Genauigkeit von $10^{-9}$ absurd ist, das entspricht etwa 0.000004 Bogensekunden! Der Grenzwert von $10^{-9}$ wurde hier zu Anschauungszwecken gewählt. Er lässt sich aber in der Funktion nach Belieben setzen.+Es sei darauf hingewiesen, dass eine Genauigkeit von $10^{-9}$ Grad absurd ist, das entspricht etwa 0.000004 Bogensekunden! Der Grenzwert von $10^{-9}$ wurde hier zu Anschauungszwecken gewählt. Er lässt sich aber in der Funktion nach Belieben setzen.
 </WRAP> </WRAP>
  
-In **Tabelle 1** sind die Ergebnisse aus der Keplergleichung für verschiedene Werte von $\epsilon$ und $M$ zu finden. Außerdem ist dort die Anzahl der Iterationen gegeben, die bei Benutzung der ersten und der zweiten Methode zur Lösung mit dem Startwert $E = M$ nötig sind. Die Iterationen wurden so lange ausgeführt, bis sich der neue Wert für $\epsilon$ um weniger als $0\overset{\circ}{.}000001$ vom vorigen unterscheidet.+In **Tabelle 3** sind die Ergebnisse aus der Keplergleichung für verschiedene Werte von $\epsilon$ und $M$ zu finden. Außerdem ist die Anzahl der Iterationen angegeben, die bei Benutzung der ersten und der zweiten Methode zur Lösung mit dem Startwert $E = M$ nötig sind. Die Iterationen wurden so lange ausgeführt, bis sich der neue Wert für $\epsilon$ um weniger als $0\overset{\circ}{.}000001$ vom vorigen unterscheidet.
  
-=== Tabelle 1 === 
 {{tablelayout?rowsHeaderSource=Auto&colwidth="100px,100px,160px,130px,130px"&float=center}} {{tablelayout?rowsHeaderSource=Auto&colwidth="100px,100px,160px,130px,130px"&float=center}}
-^ Anzahl der Iterationen                                                                  ||||| + Tabelle 3: Anzahl der Iterationen  ||||| 
-                              Ergebnis        Iterationen               || +                              Ergebnis        Iterationen               || 
- $\epsilon$   $M[^{\circ}]$   $E[^{\circ}]$   Methode 1     Methode 2  |+ $\epsilon$   $M[^{\circ}]$   $E[^{\circ}]$   Methode 1     Methode 2  ^
 |  $0.1 $      |  $5^{\circ} $    $5\overset{\circ}{.}554589 $    $6  $    $2 $  | |  $0.1 $      |  $5^{\circ} $    $5\overset{\circ}{.}554589 $    $6  $    $2 $  |
 |  $0.2 $      |  $5^{\circ} $    $6\overset{\circ}{.}246908 $    $9  $    $2 $  | |  $0.2 $      |  $5^{\circ} $    $6\overset{\circ}{.}246908 $    $9  $    $2 $  |
Zeile 319: Zeile 321:
 </WRAP> </WRAP>
  
-Für große $\epsilon$ hat die erste Methode schlimme Folgen, da sie zu langsam konvergiert. Man sehe sich die vorletzte Zeile der **Tabelle 1** an: Um $E$ für die Werte $\epsilon = 0.99$ und $M = 1^{\circ}$ zu erhalten, sind nicht weniger als 150 Iterationen nötig (für eine Genauigkeit von 6 Kommastellen).+Für große $\epsilon$ hat die erste Methode nachteilige Folgen, weil sie zu langsam konvergiert. Man sehe sich die vorletzte Zeile der **Tabelle 3** an: Um $E$ für die Werte $\epsilon = 0.99$ und $M = 1^{\circ}$ zu erhalten, sind nicht weniger als 150 Iterationen nötig (für eine Genauigkeit von 6 Kommastellen).
  
-=== Gefährliche Zone ===+=== Instabile Zone ===
  
-Auch die Methode 2 hat ihre Tücken was ihre Konvergenz betrifft. +Auch die Methode 2 hat bezüglich ihrer Konvergenz einige Fallstricke. Die folgende **Abb. 3** ist eine dreidimensionale Darstellung der Anzahl der Iterationen zum Erreichen von $E$ mit einer Genauigkeit von $10^{-9}$ Grad in Abhängigkeit von der Bahnexzentrizität $\epsilon$ und der mittleren Anomalie $M$ unter Benutzung der Methode 2. Wie oben wird $M$ als Startwert für $E$ benutzt. Die linke Ecke in der Nähe von $\epsilon \approx 1$ und kleinem $M$ ist die "instabile Zone". Man sieht eine große Zahl von eng benachbarten Spitzen; die Anzahl der zum Erreichen des Ergebnisses nötigen Schritte mit der erwähnten Genauigkeit ändert sich beträchtlich, selbst bei kleinsten Veränderungen von $\epsilon$ oder $M$.
- +
-Die folgende **Abb. 3** ist eine dreidimensionale Darstellung der Anzahl der Iterationen zum Erreichen von $E$ mit einer Genauigkeit von $10^{-9}$ Grad in Abhängigkeit von der Bahnexzentrizität $\epsilon$ und der mittleren Anomalie $M$ unter Benutzung der Methode 2. Wie oben wird $M$ als Startwert für $E$ benutzt. Die linke Ecke in der Nähe von $\epsilon \approx 1$ und kleinem $M$ ist die "gefährliche Zone". Man sieht eine große Zahl von eng benachbarten Spitzen; die Anzahl der zum Erreichen des Ergebnisses nötigen Schritte mit der erwähnten Genauigkeit ändert sich beträchtlich, selbst bei kleinsten Veränderungen von $\epsilon$ oder $M$.+
          
-<imgcaption image3|Anzahl der Iterationen für das Lösen der Kepler Gleichung (Methode 2)>{{ ::keplergleichung_iterationen_20.png?500 |}}</imgcaption>+<imgcaption image3|Anzahl der Iterationen zum Lösen der Keplergleichung (Methode 2)>{{ ::keplergleichung_iterationen_20.png?500 |}}</imgcaption>
          
-Die "gefährliche Zone" wird in **Abb. 4** genauer dargestellt. Die Höhe, also die Anzahl der Iterationenwurde auf 50 begrenzt, auch wenn es Werte gibt, die mehr als 1000(!) Iterationen erforderten.+Die "instabile Zone" wird in **Abb. 4** genauer illustriert. Die Höhe (Anzahl der Iterationenwurde auf 50 begrenzt, auch wenn es Werte gibt, die mehr als 1000(!) Iterationen erfordern.
  
 <imgcaption image4|Anzahl der Iterationen im Bereich $\epsilon\ge 0.96$ und $M$ von 0 bis 40 Grad (Methode 2)>{{ ::keplergleichung_iterationen_detail.png?500 |}}</imgcaption> <imgcaption image4|Anzahl der Iterationen im Bereich $\epsilon\ge 0.96$ und $M$ von 0 bis 40 Grad (Methode 2)>{{ ::keplergleichung_iterationen_detail.png?500 |}}</imgcaption>
Zeile 335: Zeile 335:
 Für **Abb. 4** wurden alle Werte für $0.960 \le \epsilon \le 0.999$ (Intervall 0.001) und $0^{\circ} \le M \le 40^{\circ}$ (Intervall $0\overset{\circ}{.}1$) berechnet, also 16040 Werte. Es zeigt sich, dass die meisten Iterationsschritte für folgende Werte von $\epsilon$ und $M$ benötigt werden: Für **Abb. 4** wurden alle Werte für $0.960 \le \epsilon \le 0.999$ (Intervall 0.001) und $0^{\circ} \le M \le 40^{\circ}$ (Intervall $0\overset{\circ}{.}1$) berechnet, also 16040 Werte. Es zeigt sich, dass die meisten Iterationsschritte für folgende Werte von $\epsilon$ und $M$ benötigt werden:
  
-=== Tabelle 2: Iterationen nach Methode 2 ===+=== Iterationen nach Methode 2 ===
  
-Es wurden alle Werte berücksichtigt, die mehr als 1000 Iterationen benötigen.+Es werden alle Werte berücksichtigt, die mehr als 1000 Iterationen benötigen.
 {{tablelayout?rowsHeaderSource=Auto&colwidth="130px,130px,130px"&float=center}} {{tablelayout?rowsHeaderSource=Auto&colwidth="130px,130px,130px"&float=center}}
-^ Anzahl der Iterationen in der \\ gefährlichen Zone                                            ||| + Tabelle 4: Anzahl der Iterationen in der \\ instabilen Zone  ||| 
-|  $\epsilon$                                         |  $M^{\circ}$              |  Iterationen +|  $\epsilon$  |  $M^{\circ}$              |  Iterationen 
-|  $0.983$                                            |  $13\overset{\circ}{.}8$  |  $1242$       | +|  $0.983$     |  $13\overset{\circ}{.}8$  |  $1242$       | 
-|  $0.990$                                            |  $24\overset{\circ}{.}5$  |  $1249$       | +|  $0.990$     |  $24\overset{\circ}{.}5$  |  $1249$       | 
-|  $0.994$                                            |  $3\overset{\circ}{.}0 $  |  $1018$       | +|  $0.994$     |  $3\overset{\circ}{.}0 $  |  $1018$       | 
-|  $0.997$                                            |  $5\overset{\circ}{.}4 $  |  $1179$       | +|  $0.997$     |  $5\overset{\circ}{.}4 $  |  $1179$       | 
-|  $0.997$                                            |  $17\overset{\circ}{.}6$  |  $1317$       | +|  $0.997$     |  $17\overset{\circ}{.}6$  |  $1317$       | 
-|  $0.997$                                            |  $20\overset{\circ}{.}4$  |  $1689$       | +|  $0.997$     |  $20\overset{\circ}{.}4$  |  $1689$       | 
-|  $0.997$                                            |  $20\overset{\circ}{.}6$  |  $1366$       | +|  $0.997$     |  $20\overset{\circ}{.}6$  |  $1366$       | 
-|  $0.998$                                            |  $21\overset{\circ}{.}8$  |  $1032$       | +|  $0.998$     |  $21\overset{\circ}{.}8$  |  $1032$       | 
-|  $0.999$                                            |  $1\overset{\circ}{.}3 $  |  $1091$       | +|  $0.999$     |  $1\overset{\circ}{.}3 $  |  $1091$       | 
-|  $0.999$                                            |  $20\overset{\circ}{.}8$  |  $2755$(!)    |+|  $0.999$     |  $20\overset{\circ}{.}8$  |  $2755$(!)    |
  
-In der letzten Zeile der Tabelle 2 sieht man, dass bei den Werten $\epsilon = 0.999$ und $M = 20\overset{\circ}{.}8$ insgesamt 2755 Iterationen benötigt werden, um das Ergebnis auf 6 Kommastellen genau zu berechnen: $E = 76\overset{\circ}{.}443861$. +In der letzten Zeile der Tabelle 2 sieht man, dass bei den Werten $\epsilon = 0.999$ und $M = 20\overset{\circ}{.}8$ insgesamt 2755 Iterationen benötigt werden, um das Ergebnis auf 6 Kommastellen genau zu berechnen: $E = 76\overset{\circ}{.}443861$. Es ist bemerkenswert, dass eine winzige Änderung auf $M = 20\overset{\circ}{.}81$ nur mehr 11 Iterationen durchlaufenNimmt man hingegen $\epsilon = 0.999$ und $M = 20\overset{\circ}{.}82$, werden sogar 7358 Iterationen gebraucht. Während der Berechnung springen die Werte auf die Größenordnung von $5\cdot 10^{126}$!
-     +
-Es ist bemerkenswert, dass eine winzige Änderung auf $M = 20\overset{\circ}{.}81$ nur mehr 11 Iterationen benötigt.+
  
-Nimmt man hingegen $\epsilon = 0.999$ und $M = 20\overset{\circ}{.}82$, werden sogar 7358 Iterationen benötigt. Während der Berechnung springen die Werte auf die Größenordnung von $5\cdot 10^{126}$!+---- 
  
-----  
-     
-     
 ==== Methode 3 - Reihenentwicklung ==== ==== Methode 3 - Reihenentwicklung ====
  
Zeile 372: Zeile 367:
   &+ \left(\frac{5}{4} \cdot {\epsilon^2}\right) \cdot \sin (2\cdot M) \\   &+ \left(\frac{5}{4} \cdot {\epsilon^2}\right) \cdot \sin (2\cdot M) \\
   &+ \left(\frac{{13}}{{12}} \cdot {\epsilon^3}\right) \cdot \sin (3\cdot M)   &+ \left(\frac{{13}}{{12}} \cdot {\epsilon^3}\right) \cdot \sin (3\cdot M)
-\end{align}\]+\end{align}\tag{10}\]
  
 $C$ nennt man "//Equation of the center//", also **Mittelpunktsgleichung**.  $C$ nennt man "//Equation of the center//", also **Mittelpunktsgleichung**. 
Zeile 387: Zeile 382:
   &+ \left(\frac{{103}}{{96}} \cdot {\epsilon^4}\right) \cdot \sin (4\cdot M) \\    &+ \left(\frac{{103}}{{96}} \cdot {\epsilon^4}\right) \cdot \sin (4\cdot M) \\ 
   &+ \left(\frac{{1097}}{{960}} \cdot {\epsilon^5}\right) \cdot \sin (5\cdot M)    &+ \left(\frac{{1097}}{{960}} \cdot {\epsilon^5}\right) \cdot \sin (5\cdot M) 
-\end{align}\]+\end{align}\tag{11}\]
  
 Man erkennt: Lässt man die Terme für $\epsilon^4$ und $\epsilon^5$ hier weg, erhält man die obige Formel von Smart. Man erkennt: Lässt man die Terme für $\epsilon^4$ und $\epsilon^5$ hier weg, erhält man die obige Formel von Smart.
Zeile 393: Zeile 388:
 Meeus gibt folgende Abweichungen an, wenn man anstatt der iterativen Lösung der Keplergleichung die Mittelpunktsgleichung verwendet: Meeus gibt folgende Abweichungen an, wenn man anstatt der iterativen Lösung der Keplergleichung die Mittelpunktsgleichung verwendet:
  
-=== Tabelle 3 - Abweichungen der Mittelpunktsgleichung === +=== Abweichungen von der Mittelpunktsgleichung ===
-{{tablelayout?rowsHeaderSource=Auto&colwidth="100px,150px,180px"&float=center}} +
-^ Tabelle 3                                                                                       ||| +
-|  $\epsilon$  |  Terme bis $\epsilon^5$    Terme bis $\epsilon^3$                                | +
-|  $0.03$        |  $0\overset{''}{.}00032$  |  $0\overset{''}{.}2371$                              | +
-|  $0.05$        |  $0\overset{''}{.}0071$    $1\overset{''}{.}838$                               | +
-|  $0.10$        |  $0\overset{''}{.}45$      $29\overset{''}{.}72$ ($0\overset{\circ}{.}0083$)   | +
-|  $0.15$        |  $5\overset{''}{.}2$      |  $151\overset{''}{.}8$ ($0\overset{\circ}{.}0422$)   | +
-|  $0.20$        |  $29\overset{''}{.}2$      $482\overset{''}{.}7$ ($0\overset{\circ}{.}1342$)   | +
-|  $0.25$        |  $111\overset{''}{.}3$    |  $1182\overset{''}{.}8$ ($0\overset{\circ}{.}3286$) +
-|  $0.30$        |  $330\overset{''}{.}5$    |  $2455\overset{''}{.}1$ ($0\overset{\circ}{.}6822$)  |+
  
 +{{tablelayout?rowsHeaderSource=Auto&colwidth="100px,150px,180px"&float=center}}
 +^  Tabelle 5  |||
 +^  $\epsilon$  ^  Terme bis $\epsilon^5$    Terme bis $\epsilon^3$                              ^
 +|  $0.03$      |  $0\overset{''}{.}00032$  |  $0\overset{''}{.}2371$                              |
 +|  $0.05$      |  $0\overset{''}{.}0071$    $1\overset{''}{.}838$                               |
 +|  $0.10$      |  $0\overset{''}{.}45$      $29\overset{''}{.}72$ ($0\overset{\circ}{.}0083$)   |
 +|  $0.15$      |  $5\overset{''}{.}2$      |  $151\overset{''}{.}8$ ($0\overset{\circ}{.}0422$)   |
 +|  $0.20$      |  $29\overset{''}{.}2$      $482\overset{''}{.}7$ ($0\overset{\circ}{.}1342$)   |
 +|  $0.25$      |  $111\overset{''}{.}3$    |  $1182\overset{''}{.}8$ ($0\overset{\circ}{.}3286$)  |
 +|  $0.30$      |  $330\overset{''}{.}5$    |  $2455\overset{''}{.}1$ ($0\overset{\circ}{.}6822$)  |
  
 Für größere Werte als $\epsilon \gt 0.3$ sollte die Mittelpunktsgleichung ohnehin nicht verwendet werden. Für größere Werte als $\epsilon \gt 0.3$ sollte die Mittelpunktsgleichung ohnehin nicht verwendet werden.
  
-In **Tabelle 4** werden die Differenzen zwischen der Berechnung mittels Iteration (Keplergleichung) und der Berechnung mittels Mittelpunktsgleichung für die Planeten Merkur bis Neptun angegeben. Die Abbruchbedingung für die Iteration wurde hier bei ${10^{-6}}$ Grad angesetzt. Die Exzentrizitäten der Planeten gelten jeweils für die Epoche $J2000$.+In **Tabelle 6** werden die Differenzen zwischen der Berechnung mittels Iteration (Keplergleichung) und der Berechnung mittels Mittelpunktsgleichung für die Planeten Merkur bis Neptun angegeben. Die Abbruchbedingung für die Iteration wurde hier bei ${10^{-6}}$ Grad angesetzt. Die Exzentrizitäten der Planeten gelten jeweils für die Epoche $J2000$.
  
-=== Tabelle 4 -  Abweichungen der Mittelpunktsgleichung für die Planeten ===+=== Abweichungen der Mittelpunktsgleichung für die Planeten ===
 {{tablelayout?rowsHeaderSource=Auto&colwidth="100px,200px,300px,300px,300px"&float=center}} {{tablelayout?rowsHeaderSource=Auto&colwidth="100px,200px,300px,300px,300px"&float=center}}
-^  Planet    Exzentrizität $\epsilon$  ^  Größte Differenz                                                                                                              ||+^  Tabelle 6  |||| 
 +^  Planet    Exzentrizität $\epsilon$  ^  Größte Differenz  ||
 |                                      |  Terme bis $\epsilon^5$                                            |  Terme bis $\epsilon^3$                                    | |                                      |  Terme bis $\epsilon^5$                                            |  Terme bis $\epsilon^3$                                    |
 |  Merkur    $0.20563175$              |  $34\overset{''}{.}54$ bei $M = 69\overset{\circ}{.}7$              $539\overset{''}{.}66$ bei $M = 60\overset{\circ}{.}9$    | |  Merkur    $0.20563175$              |  $34\overset{''}{.}54$ bei $M = 69\overset{\circ}{.}7$              $539\overset{''}{.}66$ bei $M = 60\overset{\circ}{.}9$    |
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 |  Neptun    $0.00945575$              |  $3''\cdot 10^{-7} $ bei $M = 73\overset{\circ}{.}0$                $0\overset{''}{.}0023$ bei $M = 65\overset{\circ}{.}3$    | |  Neptun    $0.00945575$              |  $3''\cdot 10^{-7} $ bei $M = 73\overset{\circ}{.}0$                $0\overset{''}{.}0023$ bei $M = 65\overset{\circ}{.}3$    |
  
-Am Beispiel der Erde mit einer Exzentrizität von $\epsilon = 0.016709$ sieht man, dass man hier die Terme in der 4. und 5. Potenz ohne Probleme weglassen kann. Nur bei Merkur, der eine Exzentrizität von $0.2056$ aufweist, erhält man eine größere Abweichung, wenn man mit der Mittelpunktsgleichung rechnet. +Am Beispiel der Erde mit einer Exzentrizität von $\epsilon = 0.016709$ sieht man, dass man hier die Terme in der 4. und 5. Potenz ohne Probleme weglassen kann. Nur bei Merkur, der eine Exzentrizität von $0.2056$ aufweist, erhält man eine größere Abweichung, wenn man mit der Mittelpunktsgleichung rechnet. Auffallend ist, dass die größten Abweichungen alle im Bereich $60^{\circ} \lt M \lt 73^{\circ}$ liegen.
- +
-Auffallend ist, dass die größten Abweichungen alle im Bereich $60^{\circ} \lt M \lt 73^{\circ}$ liegen.+
  
 ----  ---- 
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 Eine relativ einfache Formel, welche **keine** Iteration erfordert, lautet Eine relativ einfache Formel, welche **keine** Iteration erfordert, lautet
  
-$$\tan E = \large \frac{{\sin M}}{{\cos M - \epsilon}}$$+$$\tan E = \large \frac{{\sin M}}{{\cos M - \epsilon}}\tag{12}$$
  
 Sie gibt einen Näherungswert für $E$ an und gilt wieder nur für kleine Werte der Exzentrizität. Für dieselben Daten wie in Beispiel für Methode 1, nämlich $M = 5^{\circ}$ und $\epsilon = 0.1$ ergibt sich der Wert Sie gibt einen Näherungswert für $E$ an und gilt wieder nur für kleine Werte der Exzentrizität. Für dieselben Daten wie in Beispiel für Methode 1, nämlich $M = 5^{\circ}$ und $\epsilon = 0.1$ ergibt sich der Wert
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 {{tablelayout?rowsHeaderSource=Auto&colwidth="86px,494px"&float=center}} {{tablelayout?rowsHeaderSource=Auto&colwidth="86px,494px"&float=center}}
 +^  Tabelle 7  ||
 ^  $\epsilon$  ^  Größter Fehler im Vergleich zur iterativen Lösung  ^ ^  $\epsilon$  ^  Größter Fehler im Vergleich zur iterativen Lösung  ^
 |  $0.05$      |  $0\overset{\circ}{.}0012$                          | |  $0.05$      |  $0\overset{\circ}{.}0012$                          |
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 <WRAP center round tip 100%> <WRAP center round tip 100%>
-Gegebenenfalls kann diese Näherungsformel einen **Startwert** für die Methoden 1/2 liefern.+Gegebenenfalls kann diese Näherungsformel einen **Startwert** für die Methoden 1 bzw. 2 liefern.
 </WRAP> </WRAP>
- 
  
 ==== Grafiken ==== ==== Grafiken ====
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 <imgcaption image9|Abweichung der Methode 4 von der Lösung mittels Keplergleichung für die Planeten>{{ :keplergleichung_diff_kepler_approx_planets_big.png?800 |}}</imgcaption> <imgcaption image9|Abweichung der Methode 4 von der Lösung mittels Keplergleichung für die Planeten>{{ :keplergleichung_diff_kepler_approx_planets_big.png?800 |}}</imgcaption>
  
-Größere Abweichungen gibt es für die Planeten Merkur, Mars und Saturn. Man sieht, das vor allem Merkur ausreißt, er hat auch die größte Exzentrizität. Die größte Abweichung liegt bei $306\overset{''}{.}91$ beim Winkel $70\overset{\circ}{.}39$. Zur Erstellung einer Grafik wäre das aber immer noch ausreichend, da $300'' = 5' = 0\overset{\circ}{.}08333$ immer noch klein ist und in einer Grafik praktisch nicht sichtbar wäre. +Größere Abweichungen gibt es für die Planeten Merkur, Mars und Saturn. Man sieht, dass vor allem Merkur ausreißt, er hat auch die größte Exzentrizität. Die größte Abweichung liegt bei $306\overset{''}{.}91$ beim Winkel $70\overset{\circ}{.}39$. Zur Erstellung einer Grafik wäre das aber immer noch ausreichend, da $300'' = 5' = 0\overset{\circ}{.}08333$ immer noch ein recht kleiner Gradwert ist und in einer Grafik praktisch nicht sichtbar wäre.
- +
loesung_der_keplergleichung.1709821997.txt.gz · Zuletzt geändert: 2024/12/20 01:34 (Externe Bearbeitung)

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