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himmelsmechanik

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himmelsmechanik [2025/08/26 18:36] – [Einleitung] quernhimmelsmechanik [2025/08/28 17:24] (aktuell) hcgreier
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 ===== Einleitung ===== ===== Einleitung =====
  
-Die Himmelsmechanik befasst sich mit den Bahnbewegungen der Himmelskörper und hat einen physikalischen Hintergrund. [[:einfache_bahnbestimmung_von_planetoiden|Bahnbestimmung]] gehört ebenfalls zur Himmelsmechanik. Diese Disziplin der Astronomie bildet die Basis für die darauf aufbauende Ephemeridenrechnung. Die Ephemeridenrechnung selbst bewegt sich auf dem Gebiet der Positionsbestimmungen von der Sonne, dem Mond, den Planeten, den vielen Kleinkörpern und ist eher mathematischer Natur. Der Übergang zwischen den beiden Gebieten ist jedoch+Die Himmelsmechanik befasst sich mit den Bahnbewegungen der Himmelskörper und hat einen physikalischen Hintergrund. Die [[:einfache_bahnbestimmung_von_planetoiden|Bahnbestimmung]] gehört ebenfalls zur Himmelsmechanik. Diese Disziplin der Astronomie bildet die Basis für die darauf aufbauende Ephemeridenrechnung. Die Ephemeridenrechnung selbst bewegt sich auf dem Gebiet der Positionsbestimmungen von der Sonne, dem Mond, den Planeten, den vielen Kleinkörpern und ist eher mathematischer Natur. Der Übergang zwischen den beiden Gebieten ist jedoch
 fließend, eine genaue Abgrenzung existiert nicht.  fließend, eine genaue Abgrenzung existiert nicht. 
  
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 **1. Keplergesetz**: Alle Planeten bewegen sich auf elliptischen Bahnen, in deren einem der beiden Brennpunkte sich die Sonne befindet. **1. Keplergesetz**: Alle Planeten bewegen sich auf elliptischen Bahnen, in deren einem der beiden Brennpunkte sich die Sonne befindet.
  
-$$r = \frac{p}{1 + \epsilon\cdot\cos(\nu)}\tag{6}$$+$$r = \frac{p}{1 + \epsilon\cdot\cos(\nu)}\tag{10}$$ 
 + 
 +Zur Geometrie der Ellipse und den Parametern siehe [[:kegelschnitte#ell_geom|Kegelschnitte]].
  
 **2. Keplergesetz**: Ein von der Sonne zum Planeten gezogener Fahrstrahl (Radius) überstreicht in gleichen Zeiten gleichgrosse Flächenabschnitte $\vec{F}$. **2. Keplergesetz**: Ein von der Sonne zum Planeten gezogener Fahrstrahl (Radius) überstreicht in gleichen Zeiten gleichgrosse Flächenabschnitte $\vec{F}$.
  
-$$\vec{F} = \frac{\vec{L}_{\nu}}{2\cdot m} T\tag{7} \qquad\text{mit}\qquad T = t_1 - t_2$$+$$\vec{F} = \frac{\vec{L}_{\nu}}{2\cdot m}\cdot T\tag{11} \qquad\text{mit}\qquad T = t_1 - t_2$$
  
 <imgcaption image1|Das 2. Keplergesetz. Die hellblauen Flächen sind die Flächenabschnitte $\vec{F}$.>{{ :keplergesetz_2.png?800 |}}</imgcaption> <imgcaption image1|Das 2. Keplergesetz. Die hellblauen Flächen sind die Flächenabschnitte $\vec{F}$.>{{ :keplergesetz_2.png?800 |}}</imgcaption>
  
-$\nu$ = [[:kegelschnitte#ellipse|wahre Anomalie]]+$\nu$ = [[:kegelschnitte#keplergleichung|wahre Anomalie]]
  
 **3. Keplergesetz**: Das Quadrat der Umlaufzeit $U$ eines Planeten verhält sich wie der Kubus (dritte Potenz) seines mittleren Bahnabstands. **3. Keplergesetz**: Das Quadrat der Umlaufzeit $U$ eines Planeten verhält sich wie der Kubus (dritte Potenz) seines mittleren Bahnabstands.
  
-$$\frac{U^2}{r^3} = \frac{4\cdot\pi^2}{G\cdot M_S}\tag{8}$$+$$\frac{U^2}{r^3} = \frac{4\cdot\pi^2}{G\cdot M_S}\tag{12}$$
  
 Formt man das 3. Keplergesetz für $r = a = 1 \text{AE}$ um zu Formt man das 3. Keplergesetz für $r = a = 1 \text{AE}$ um zu
  
-$$U_s = \frac{2\pi}{k}\tag{9}$$+$$U_s = \frac{2\pi}{k}\tag{13}$$
  
-so erhält man die siderische Umlaufszeit $U_s$ der Erde. Die gaußsche Gravitationskonstante $k = \sqrt{GM_S}$ ist als eine [[:wichtige_konstanten#naturkonstanten|fundamentale Naturkonstante]] für die Stärke der Gravitation verantwortlich. +so erhält man die siderische Umlaufszeit $U_s$ der Erde. Die gaußsche Gravitationskonstante $k = \sqrt{G\cdot M_S}$ ist als eine [[:wichtige_konstanten#naturkonstanten|fundamentale Naturkonstante]] für die Stärke der Gravitation verantwortlich. 
  
 Sie ist definiert mit Sie ist definiert mit
  
-$$k = \frac{2\pi}{U_s}\tag{10}$$+$$k = \frac{2\pi}{U_s}\tag{14}$$
  
 und $U_s$ als das siderische Jahr. und $U_s$ als das siderische Jahr.
  
-$$\deg(k) = n = \frac{360^{\circ}}{U_s}\tag{11}$$+$$\deg(k) = n = \frac{360^{\circ}}{U_s}\tag{15}$$
  
 liefert die mittlere tägliche Bewegung n der Erde um die Sonne. liefert die mittlere tägliche Bewegung n der Erde um die Sonne.
  
 **Die Herleitung:** Beruhend auf der Energiebilanzgleichung E mit dem Gravitationpotential **Die Herleitung:** Beruhend auf der Energiebilanzgleichung E mit dem Gravitationpotential
-$$V(r) = - G \frac{m M_S}{r}\tag{12}$$+$$V(r) = - G \frac{m M_S}{r}\tag{16}$$
  
-$$E = \frac{1}{2} \cdot m\cdot \dot{r}^2 + \frac{1}{2}\cdot m\cdot r^2 \dot{\nu}^2 - G \frac{m\cdot  M_S}{r}\tag{13}$$+$$E = \frac{1}{2} \cdot m\cdot \dot{r}^2 + \frac{1}{2}\cdot m\cdot r^2 \dot{\nu}^2 - G \frac{m\cdot  M_S}{r}\tag{17}$$
  
 resultiert aus der Ableitung nach r die Zentripetalkraft $\vec{F}_z$ (links) bzw. die Gravitationskraft $\vec{F}_g$ (rechts): resultiert aus der Ableitung nach r die Zentripetalkraft $\vec{F}_z$ (links) bzw. die Gravitationskraft $\vec{F}_g$ (rechts):
-$$F_z = m\cdot\dot{\nu}^2\cdot r = - F_g = G\cdot\frac{M m}{r^2} \Leftrightarrow \frac{U^2}{r^3} = \frac{4\pi^2}{G M} = \text{konst.} \qquad\text{mit}\qquad\dot{\nu} = \omega = \frac{2\pi}{U}\tag{14}$$+$$F_z = m\cdot\dot{\nu}^2\cdot r = - F_g = G\cdot\frac{M\cdot m}{r^2} \Leftrightarrow \frac{U^2}{r^3} = \frac{4\pi^2}{G\cdot M} = \text{konst.} \qquad\text{mit}\qquad\dot{\nu} = \omega = \frac{2\pi}{U}\tag{18}$$
  
 Das Verhältnis der Umlaufszeit U zur Bahngrösse r ist zeitlich konstant und damit eine Erhaltungsgrösse. In einem Relativsystem mit r = r$_1$ -- r$_2$ gilt, wobei man in vielen Anwendungen die kleinere Masse nicht vernachlässigen kann: Das Verhältnis der Umlaufszeit U zur Bahngrösse r ist zeitlich konstant und damit eine Erhaltungsgrösse. In einem Relativsystem mit r = r$_1$ -- r$_2$ gilt, wobei man in vielen Anwendungen die kleinere Masse nicht vernachlässigen kann:
-$$\frac{U^2}{r^3} = \frac{4\pi^2}{G \left(m_1 + m_2\right)}\tag{15}$$+$$\frac{U^2}{r^3} = \frac{4\pi^2}{G\cdot \left(m_1 + m_2\right)}\tag{19}$$
  
 ===== Runge-Lenz Vektor ===== ===== Runge-Lenz Vektor =====
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 Der Runge - Lenz Vektor $\vec{R}_L$ (Abb.2) ist wie E und L$_{\nu}$ eine Erhaltungsgrösse. Der Runge - Lenz Vektor $\vec{R}_L$ (Abb.2) ist wie E und L$_{\nu}$ eine Erhaltungsgrösse.
  
-$$\vec{A} = (m\cdot\dot{\vec{r}} \times \vec{L}_{\nu}) - G\cdot M_S\cdot m^2 \frac{\vec{r}}{r} = \text{konst.}\tag{16}$$+$$\vec{A} = (m\cdot\dot{\vec{r}} \times \vec{L}_{\nu}) - G\cdot M_S\cdot m^2 \frac{\vec{r}}{r} = \text{konst.}\tag{20}$$
  
 <imgcaption image2|Der Laplace-Runge-Lenz-Vektor A>{{ :laplace_runge_lenz_vektor.png |}} <imgcaption image2|Der Laplace-Runge-Lenz-Vektor A>{{ :laplace_runge_lenz_vektor.png |}}
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 der nachfolgenden Relationen der nachfolgenden Relationen
  
-$$\vec{r}\cdot\vec{A} = r\cdot A\cos(\nu), \quad \vec{r}\cdot\vec{r} = |\vec{r}|^2 = r^2\tag{17}$$+$$\vec{r}\cdot\vec{A} = r\cdot A\cdot\cos(\nu), \quad \vec{r}\cdot\vec{r} = |\vec{r}|^2 = r^2\tag{21}$$
  
 und und
  
-$$\vec{r}\cdot (m\cdot\dot{\vec{r}}\times\vec{L}_{\nu}) = - (m\cdot\dot{\vec{r}}\times\vec{r})\cdot \vec{L}_{\nu} = |\vec{L}_{\nu}|^2\tag{18}$$+$$\vec{r}\cdot (m\cdot\dot{\vec{r}}\times\vec{L}_{\nu}) = - (m\cdot\dot{\vec{r}}\times\vec{r})\cdot \vec{L}_{\nu} = |\vec{L}_{\nu}|^2\tag{22}$$
  
 erhält nach einigen Umformungen die folgende Relation erhält nach einigen Umformungen die folgende Relation
  
-$$r \left(\frac{A}{G\cdot M_S\cdot m^2}\cos(\nu) + 1\right) = \frac{L_{\nu}^2}{G\cdot M_S\cdot m^2}\tag{19}$$+$$r\cdot \left(\frac{A}{G\cdot M_S\cdot m^2}\cdot\cos(\nu) + 1\right) = \frac{L_{\nu}^2}{G\cdot M_S\cdot m^2}\tag{23}$$
  
 und das resultiert wiederum in die Kegelschnittsgleichung mit und das resultiert wiederum in die Kegelschnittsgleichung mit
  
-$$\epsilon = \frac{|\vec{A}|}{G\cdot M_S\cdot m^2}\Rightarrow\epsilon\sim A\tag{20}$$+$$\epsilon = \frac{|\vec{A}|}{G\cdot M_S\cdot m^2}\Rightarrow\epsilon\sim A\tag{24}$$
himmelsmechanik.1756226215.txt.gz · Zuletzt geändert: 2025/08/26 18:36 von quern

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